Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

 
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Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 10.11.2013 - 15:53 Uhr  ·  #1
Hallo,

möchte gern das Homebanking für ein Raiffeisenbank-Girokonto (GAD) von Starmoney/WinXP auf ubuntu 12.04 umstellen.
Als Sicherungsmedium verwende ich eine HBCI Chipkarte.
Wenn ich richtig liege, dann habe ich eine personalisierte RSA-Chipkarte.
Den Schriftzügen auf den Kartenrückseiten nach "GD/RD 05/09" (alte Karte) "RD 01/12 NetWorld" würde ich entnehmen, dass das Karten von Giesecke&Derivent sind.

Bzgl. Hombanking mit Linux habe ich zu Hibiscus und GnuCash etwas recherchiert.

Zu Hibiscus fanden sich relativ schnell Hinweise, dass hbci4java keine RDH-chipkarten unterstützt. Deshalb habe ich dazu nichts getestet.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass "RSA-Chipkarte" und "RDH-Chipkarte" das Selbe meint?

Habe dann aus den ubuntu-Standardrepositories so Allerlei Richtung pcsc, libchipcard, aqbanking und gnucash installiert.

Laut Ausgabe von pcsc_scan wurde der ReinerSCT RFID Standard USB-Kartenleser dann auch gefunden und reagiert auch auf das Einstecken einer Karte.

Unter GnuCash starte ich dann den Aqbanking-Einrichtungs-Assistenten.
Dieser endet unmittelbar nach der Aufforderung zum Einstecken der Chipkarte mit der Fehlermeldung.

Error checking chipcard (-96)
Maybe libchipcard or its plugins aren't installed?

Da es an dieser Stelle nicht abbricht, wenn ich eine Sparkassen DDV-chipkarte einstecke, gehe ich davon aus, dass die Fehlermeldung nicht die eigentliche Ursache beschreibt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann gibt es derzeit kein plugin für libchipcard, das die RSA-Chipkarten von G&D unterstützt. Die Aussichten stehen wohl auch schlecht, weil es keine öffentliche Spezifikation für diese Karten gibt.

Vermutlich gibt es also derzeit keinen Weg unter Linux, der die RSA-Karten von G&D unterstützt.

Gibt es Auswege?

Es wird auf die Starcos-RSA-Chipkarten verwiesen, die von Matrica vertrieben werden.
Dafür soll es ein plugin für libchipcard geben.
Bei Matrica werden zwei verschiedene RSA-Chipkarten angeboten.
Für Raiffeisen-Kunden werden SECCOS RDH-9 Karten angeboten.
Werden diese Karten von libchipcard unterstützt?

Verbessert sich die Situation, wenn ich eine Moneyplex-Version für Linux erwerben würde?

Sonstige Ideen (außer Verzicht auf HBCI-Chipkarte)?

Danke und Gruß
Erwin
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 10.11.2013 - 22:15 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von erwin
Gehe ich richtig in der Annahme, dass "RSA-Chipkarte" und "RDH-Chipkarte" das Selbe meint?

Ich denke ja: http://de.wikipedia.org/wiki/RSA-DES-Hybridverfahren

Zitat geschrieben von erwin
Error checking chipcard (-96)
Maybe libchipcard or its plugins aren't installed?

Da es an dieser Stelle nicht abbricht, wenn ich eine Sparkassen DDV-chipkarte einstecke, gehe ich davon aus, dass die Fehlermeldung nicht die eigentliche Ursache beschreibt.

Es sei denn, damit ist ein RDH Plugin gemeint, was hier fehlt. Dann wäre die Meldung passend.

Zitat geschrieben von erwin
Sonstige Ideen (außer Verzicht auf HBCI-Chipkarte)?

Warum kommt der Verzicht nicht in Frage? Ich rechne diesem Kartentyp keine lange Lebensdauer mehr aus.
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 13:54 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von onlbanker

Zitat geschrieben von erwin
Sonstige Ideen (außer Verzicht auf HBCI-Chipkarte)?

Warum kommt der Verzicht nicht in Frage? Ich rechne diesem Kartentyp keine lange Lebensdauer mehr aus.


Auf HBCI-Karte verzichten kann man schon, die Lösung ist dann aber trivial und braucht hier nicht besprochen zu werden.

Was meinst du damit, dass du diesem Kartentyp keine lange Lebensdauer mehr ausrechnest?
Bezieht sich das auf RSA/RDH-Chipkarten, oder nur auf die von G&D oder auf HBCI-Chipkarten insgesamt?
Liegen dir Informationen vor, aus denen sich ein baldiges Ende der Karten, die du gemeint hast, ableiten lässt?
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 16:39 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von erwin
Auf HBCI-Karte verzichten kann man schon, die Lösung ist dann aber trivial und braucht hier nicht besprochen zu werden.

Das heißt, es geht dir nur darum, keine Langeweile zu haben und möchtest andere daran teilhaben lassen?

Zitat geschrieben von erwin
Bezieht sich das auf RSA/RDH-Chipkarten, oder nur auf die von G&D oder auf HBCI-Chipkarten insgesamt?

Auf HBCI Chipkarten insgesamt.

Zitat geschrieben von erwin
Liegen dir Informationen vor, aus denen sich ein baldiges Ende der Karten, die du gemeint hast, ableiten lässt?

Nein. Nur Marktbeobachtung.
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 16:58 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von onlbanker
Zitat geschrieben von erwin
Auf HBCI-Karte verzichten kann man schon, die Lösung ist dann aber trivial und braucht hier nicht besprochen zu werden.

Das heißt, es geht dir nur darum, keine Langeweile zu haben und möchtest andere daran teilhaben lassen?


Ja, den Eindruck kann man wohl haben, wenn ich auf die letzten 10 Jahre persönlicher Erfahrungen mit HBCI-Chipkarten, Kartenlesern und zugehöriger Software zurückblicke.

Mit deiner Einschätzung zu diesem Thema wird es dann mit einer Signaturfunktion im Personalausweis oder mit dem Thema Gesundheitskarte wohl auch nichts mehr werden.
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 17:03 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von erwin
Ja, den Eindruck kann man wohl haben,

Klingt ein wenig verzweifelt :)

Zitat geschrieben von erwin
Mit deiner Einschätzung zu diesem Thema wird es dann mit einer Signaturfunktion im Personalausweis oder mit dem Thema Gesundheitskarte wohl auch nichts mehr werden.

Doch, diese Richtung schon eher. Kleiner, personenbezogener und multifunktionaler werden sie auf jeden Fall. Und sie müssten massentauglich werden. Bei der heutigen Stückzahl dieser HBCI Chipkarten und des verhältnismäßig überdimensionalen Supportaufwands hat an dem Geschäft niemand mehr Freude. Daher muss sich zwangsläufig etwas ändern.
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 17:41 Uhr  ·  #7
Was soll sich denn ändern?

Dass ich die Chipkartenleser in den Müll werfe, die ich Dank Förderung der Bundesregierung günstig bekommen habe, weil sie nicht mal mehr für HBCI zu gebrauchen sind? Dann braucht keiner mehr Treiber zu basteln und herzustellen braucht die Lesegeräte auch keiner mehr und Chipkarten benötigt auch niemand mehr?

Da frage ich mich nur, woher dann ein Wende bzgl. Personalausweis oder Gesundheitskarte kommen sollte.

Ok, lassen wir das.

Hat vielleicht noch jemand einen Hinweis ob es derzeit irgend einen Ansatz für die RSA/RDH-Chipkarten unter Linux gibt?

Funktionieren die Seccos RDH-9 Karten von Matrica tatsächlich mit libchipcard?

Sind Gründe bekannt, warum G&D die Spezifikation ihrer RSA-Karten nicht herausrückt?
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 17:53 Uhr  ·  #8
mit Matrica geht es.

Das die Specs gänzlich unbekannt sind, glaub ich nicht, aber wenn man die Informationen z.B. nicht im Quelltext an andere weitergeben darf, dann verdirbt dies bereits einigen Entwicklern den Spaß.
So ähnlich habe ich es zumindest von einem Programmierer gehört.
Gruß
Raimund
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 11.11.2013 - 18:04 Uhr  ·  #9
Danke.

Bzgl. Seccos RDH-9 Chipkarte von Matrica:

D.h. ich besorge mir so eine Karte und erstelle damit einen Ini-Brief.
Den schicke ich meiner Bank und die Bank löscht dann meinen bisherigen Schlüssel (den von der personalisierten Chipkarte) und übernimmt den Schlüssel der Karte von Matrica?
Oder muss die Bank zuerst eine neue Benutzerkennung für mich erstellen?

"mit Matrica geht es."
heißt das, dass deren Seccos RDH-9 Karten mit libchipcard+aqbanking und den darauf aufsetzenden Applikationen funktionieren oder funktionieren die nur mit der Linux-Version von Moneyplex?
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 12.11.2013 - 08:09 Uhr  ·  #10
Hallo Erwin,
eine neue Benutzerkennung muss es eigentlich nicht sein - allerdings muss deine Bank die Karten-Seriennummer deiner Benutzerkennung zuordnen. Da einige GAD-Banken gerade neue Systeme bekommen: Je nach Bank benötigst du auch eine VR-Kennung, die die Kontoberechtigung regelt.

Bevor du Geld investierst: Es gibt Banken, die haben die RDH-9 Karte einfach nicht im Angebot, auch nicht passiv, sondern schalten dir nur die girocard für hbci frei oder du erhältst eine Karte mit Signatur (RDH-7).

Gruß
Raimund


Moneyplex kann mit der RDH-7 und RDH-9 Karten umgehen (die mit Seccos 6 arbeiten) und aqbanking nicht. Welches Betriebssystem ist eigtl. egal.

Gruß
Raimund
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 12.11.2013 - 09:07 Uhr  ·  #11
Danke Raimund,

also meine Bank hat mir vor ein paar Tagen eine neue personalisierte HBCI-Karte geschickt, da die alte nur bis 2013 gültig war.
So weit ich mich erinnere, könnte es 2009 gewesen sein, als meine Bank grundsätzlich etwas bei den HBCI-Karten geändert hatte (anderes Verfahren, größere Schlüssellängen?), so dass ich den Kartenleser erneuern musste.

Keine Ahnung, ob ich überhaupt eine VR-Kennung habe. Zum Web-Banking meiner Bank habe ich zumindest keinen Zugang, da ich nur die HBCI-Karte als Sicherheitsmedium habe.

Auf der HBCI-Karte gibt es eine Benutzerkennung und eine Kartennummer. Bei der Karte bis 2013 waren beide Nummern gleich. Bei der neuen Karte unterscheiden sich zwei Ziffern (die Letzte und eine mittendrin)

Danke auch für die Info zu Moneyplex.
Ich entnehme dem, dass es also nur eine Betriebssystemabhängigkeit bzgl. der Kartenlesertreiber gibt, aber nicht bzgl. der Unterstützung der Kartentypen. Falls es mir also gelingen sollte, eine Matrica-Karte bei meiner Bank zu registrieren und die Karte wird anschließend nicht von libchipcard unterstützt, dann könnte ich mir immer noch Moneyplex für Ubuntu besorgen.
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 12.11.2013 - 11:19 Uhr  ·  #12
Noch eine Frage zu Moneyplex.

Wenn Moneyplex für die Unterstützung verschiedener Kartentypen nicht auf das Betriebssystem angewiesen ist, funktioniert dann vielleicht auch meine aktuelle RSA-Karte von G&D mit der Linux-Version von Moneyplex?
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 13.11.2013 - 23:16 Uhr  ·  #13
Hallo Erwin,
die Matrica-Karte ist nichts besonderes, du kannst mindestens genauso gut die Karte deiner Bank nehmen, das spart dir Arbeit. Die Karte trägt deinen Namen, oder? Dann ist es eine RDH-7 Karte.
Mit dem Betriebssystem hat das übrigens nichts zu tun, auch unter Windows würde die Karte nicht von open-Source-Programmen unterstützt.

Wenn du von alter Karte sprichst: Auf die Verschlüsselung kommt es an.
Vermutlich reicht die alte Karte nicht mehr aus, alles bis einschließlich RDH-5 hat die GAD abgeschaltet. (rechtzeitig vor Snowden ;) )

Gruß
Raimund
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 23.11.2014 - 16:16 Uhr  ·  #14
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann
Moneyplex kann mit der RDH-7 und RDH-9 Karten umgehen (die mit Seccos 6 arbeiten) und aqbanking nicht. Welches Betriebssystem ist eigtl. egal.

Ist der Zustand 12 Monate später noch immer so?
Kann Aqbanking aktuell nicht mit Karten umgehen die mit SECCOS 6 arbeiten und das Sicherheitsprofil RDH-7 verwenden?

Gruß
Rainer
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Re: Homebanking unter Linux mit RSA-Chipkarte

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Gepostet: 24.11.2014 - 08:28 Uhr  ·  #15
mir ist nichts neueres bekannt.
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