Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

 
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Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 20.02.2018 - 16:09 Uhr  ·  #1
Hallo liebe Forum-Nutzer und liebe willuhn-Entwickler,

wir setzen hibiscus bei uns neuerdings ein und ich finde es einfach schön, dass hier auch mal jemand so weit gedacht hat eine vernünftige SQL Datenbankstruktur zu nutzen.

Eine Funktion die andere Programme wie Alfbanko oder Starmoney noch bieten ist die SPEA-Vorankündigung oder auch Prognose genannt. Dort sieht man z.B. kommende Lastschriften, so dass man rechtzeitig evtl. notwendige Umbuchungen vornehmen kann.

Ist dieses Feature auch geplant oder wäre es möglich das in die Planung mit aufzunehmen?

Liebe Grüße

Georg Kröber
msa
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 20.02.2018 - 17:38 Uhr  ·  #2
Ich glaube nicht, dass sich das noch lohnt! Als SEPA eingeführt wurde, gab es verschiedene Vorlauffristen (für Erst- und Folgelastschriften), die teils ziemlich lang waren. Da hätte das Feature noch Sinn gemacht, da die Lastschriften dem zahlenden Institut entsprechend früh vorgelegen sind und somit auch angekündigt werden konnten.

Nach der letzten Änderung ist die Vorlauffrist für alle Lastschriften nur noch EIN Tag. Und nahezu alle Zahlungseinzieher, die ich kenne, nutzen das auch und senden Ihre Lastschriften - wie früher auch - auf den letzten Drücker an die Bank, weil sie dann noch möglichst viele die ganz zuletzt erst entstehen, zu diesem Zahlungstermin noch mit wegbekommen. Sprich, Deine Bank hat die LA auch erst im letzten Moment vorliegen und kann insofern garnicht frühzeitig vorankündigen. Abgesehen davon, dass soweit ich das sehe auch nur die wenigsten Institute die Vorankündigung überhaupt per HBCI realisiert haben.

Sprich, im Kundenprodukt würde da etwas eingebaut, was von den Banken nicht oder erst im letzten Moment gespeist würde. Somit macht das leider keinen rechten Sinn.
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 20.02.2018 - 17:42 Uhr  ·  #3
@msa: Danke für die ausführliche Erklärung.
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 20.02.2018 - 18:40 Uhr  ·  #4
Die Ausführungen von msa, sind rein von den Regulatoriken richtig, aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Lastschriften auch so genutzt werden.
Die Lastschriften können bis zu 14 Tage vorher bei der Bank des Schuldners vorgelegt werden. Und bei regelmäßigen Einzügen, machen das gerade große Firmen auch durchaus so. Bei AdHoc Zahlungen, ist es vermutlich eher die Regel wie es msa beschrieben hat.
Was das Thema komplex macht: Es gibt keine Möglichkeit die vorliegenden Lastschriften sicher und genormt abzurufen.
Es gibt zwar einen Geschäftsvorfall, der den Bestand rückgabefähiger Lastschriften liefert, die enthalten aber, wie der Name schon sagt nur die die rückgabefähig sind (also z.B. keine girocard Zahlungen oder Firmenlastschriften). Zu den Lastschriften, die rückgabefähig sind gehören neben denen, die bei der Bank zur Buchung vorliegen, auch die Lastschriften, die in den letzten 8 Wochen gebucht wurden.
Dann gibt es Banken die liefern vorgemerkte Umsätze mit Informationen zu Lastschriften, die demnächst gebucht werden solllen.

Wenn man also auf Bankinformationen aufsetzen möchte, wird das Thema durchaus komplex, wenn man die verschiedenen Quellen sauber auswerten und abgleichen möchte.
Als Alternative kann man natürlich Plandaten hinterlegen, die machen aber nur für wiederkehrende Einzüge wirklich Sinn.

Macht man das ordentlich, ergibt sich -da widerspreche ich msa klar- durchaus ein echter Mehrwert für den Anwender. Dann ist das aber auch nur der erste Schritt für eine echte Prognose oder einer Liquiditätsplanung. Und ob man den Weg beschreiten möchte, muss man sich in der Tat gut überlegen. Sehr spannend aber auch dann sehr aufwendig.

Viele Grüße

Holger
msa
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 20.02.2018 - 20:15 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von Holger Fischer
Die Lastschriften können bis zu 14 Tage vorher bei der Bank des Schuldners vorgelegt werden. Und bei regelmäßigen Einzügen, machen das gerade große Firmen auch durchaus so.

Und dem widerspreche ich nun ganz heftig :-)

Meine privaten Lastschriften gehen von einem bei FI gerechneten Konto ab. Und FI Kündigt ja Lastschriten sehr zuverlässig an, sowie sie vorliegen. Sowohl über Web als auch über HBCI (zumindest bekommt Subsembly sie immer raus). Ich habe da KEINE EINZIGE Lastschrift, die länger vorangekündigt wird. Sei es Kommunikation, Strom, Wasser, Gebühren öffentlicher Kassen, Müllentsorgung, Straßenreinigung usw. Die wurden "früher" recht bald angezeigt, als es noch vorgeschrieben war. Seit der Änderung kommt all das nur noch "just in Time". Ich kenne nur eine einzige regelmäßig ausreichend vorangekündigte Lastschrift: Die monatlichen Gebühren des Caritas-Altenheims meiner Mutter. Die haben seinerzeit alles auf SEPA umgestellt - und arbeiten jetzt einfach so weiter, ohne dass sie die letzten Änderungen irgendwie nachvollzogen haben. Weil nichts geändert werden MUSSTE. Aber da sind die echt allein auf weiter Flur.

Auch kommen mir tägich massenweise Lastschriften beruflich unter, teils mehrere hundert pro Tag. Auch da gibt es so gut wie KEINE (mehr), die eher als 1-2 Tage vorher erscheinen.

Zitat geschrieben von Holger Fischer
Macht man das ordentlich, ergibt sich -da widerspreche ich msa klar- durchaus ein echter Mehrwert für den Anwender. Dann ist das aber auch nur der erste Schritt für eine echte Prognose oder einer Liquiditätsplanung. Und ob man den Weg beschreiten möchte, muss man sich in der Tat gut überlegen. Sehr spannend aber auch dann sehr aufwendig.

Mit der Planung und der "Vorbereitung ausreichenden Guthabens" - das war ja wohl der Sinn der SEPA-Regularien sowohl für die Prenotification als auch für die Einreichungsfristen. Wenn das so dauerhaften Bestand gehabt hätte, dann hätte man damit durchaus planen können, das wäre eine angenehme Sache gewesen. Es hatte aber keinen praktischen Bestand. Kein Mensch schickt mehr irgendwelche Prenotifications - einzig auf MANCHEN Rechnungen (z.B. Stromversorger) steht drauf, wann genau die Abbuchung erfolgt. Bei kleineren Firmen nicht mal mehr das. Gesonderte Notifikation überhaupt garnicht mehr. Und von wegen Einreichungsfrist - siehe meine Ausführungen oben.
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 28.02.2018 - 18:05 Uhr  ·  #6
Hallo zusammen und vielen Dank für die rege Teilnahme.

Ich bin regelrecht überrascht, dass meine Anfrage so schnell und aktiv behandelt wird.

Bei uns (Großer Onlinehändler) ist es tatsächlich so, dass wir von der herstellenden Industrie tatsächlich sehr Regelmäßig die Vorankündigungen per SEPA erhalten und entsprechend die Kollegen aus der Buchhaltung Kontoumbuchungen vornehmen.

Aktuell ist das quasi der einzige Grund, warum neben Jamaica auch noch eine Alfbanco-Instanz läuft, welche ich gerne abschaffen würde.
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Re: Featurewunsch: SEPA Vorankündigungen

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Gepostet: 28.02.2018 - 18:29 Uhr  ·  #7
Da du "grosser Onlinehändler" schreibst: Folgende Idee. Ich entwickle Hibiscus und Jameica ja privat in meiner Freizeit. Tagsueber bin ich festangestellter Software-Entwickler in einem IT-Beratungs- und Software-Entwicklungsunternehmen. Dort hatte ich bisher auch teilweise schon an HBCI4Java arbeiten koennen, allerdings nur im Rahmen unserer eigenen Produktentwicklung. Just letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit unserem Vorstand. Mir wird es kuenftig moeglich sein, an Hibiscus & Co. auch fuer andere Kunden in meiner Arbeitszeit entwickeln zu koennen. Wir koennten dieses Thema also zum Anlass nehmen, das mal auszuprobieren. Wenn du willst, koenntest du dich also mal per Mail an hibiscus[at]willuhn.de Kontakt mit mir aufnehmen. Dann koennten wir ermitteln, was zu tun waere, um die benoetigten Features umzusetzen. Ich koennte dann von meinem Arbeitgeber ein Angebot dafuer einholen und dann koennt ihr entscheiden, ob ihr euch das entwickeln lassen wollt.
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